Ernte-Mond

Holen Sie sich den Spaß Ihrer Kindheit zurück und gönnen Sie sich einen kleinen Kräuter-, Obst- und Gemüsegarten.

IIn meiner Kindheit haben nicht nur meine Eltern, sondern auch alle meine Tanten und Onkel Obst und Gemüse in ihren Gärten angebaut. Ich habe mich als Kind natürlich nicht so viel für das Gemüse interessiert, aber Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren und Birnen waren meine großen Lieblinge. Es war einfach magisch: Früchte direkt von Sträuchern und Bäumen zu essen, sich mit „Kirschohrringen“ zu schmücken, die Rispen roter Johannisbeeren durch die Zähne zu ziehen, beim Essen unreifer Stachelbeeren Grimassen zu schneiden und schnell die wurmhaltigen Pflaumen in den Garten des Nachbarn zu werfen.

Wenn Sie einen Garten an der Côte d’Azur besitzen und wenn Sie noch ein wenig Platz darin haben, gönnen Sie sich einen kleinen Obst-und-Gemüse-Garten und genießen Sie wieder den Spaß aus Ihrer Kindheit.

Wer selbst Obst und Gemüse anbaut, wird Teil eines größeren kreativen Prozesses und wiederbelebt seine Harmonie mit der Natur. Jeder, der einmal intensiv, voll und rund schmeckende Kirschtomaten aus seinem eigenen Garten geholt hat, weiß wovon ich rede. Die Belohnung für eine kleine Anstrengung kann mit Geld allein nicht bewertet werden und macht uns deshalb glücklich – und vielleicht sogar ein bisschen stolz.

Legen Sie los – so kommen Sie in 7 einfachen Schritten zu einem schönen Obst- und Gemüsegarten.

Schritt 1:

Planen Sie von Anfang an ein automatisches Tröpfchen-Bewässerungssystem ein. Sie können darauf nur verzichten, wenn Sie hier leben und wenn Sie jeden Tag aufs Neue verrückt darauf sind, von Hand zu bewässern. Ohne eine sorgfältig geplante Bewässerung bleibt Ihr Obst- und Gemüsegarten mickrig. Wenn Sie bereits ein System besitzen, könnte eine Erweiterung sinnvoll sein, falls Sie vielleicht über ein zeitgemäßes Modell nachdenken, das Sie über das Internet verwalten können, wenn Sie nicht zu Hause sind.

Schritt 2:

Wählen Sie nicht einfach nur irgendwelches Gemüse oder Obst für Ihren „potager“, sondern bauen Sie das an, womit Sie wirklich gerne kochen. Wenn Sie Artischocken nicht lieben, pflanzen Sie sie nicht. Wenn Sie Tomaten lieben, denken Sie darüber nach, mehrere Sorten zu pflanzen (z. B. Coeur de Boeuf, Green Zebra oder Divina) und genießen Sie die feinen Unterschiede. Pflanzen Sie die Obstsorten, die Sie wirklich gerne essen, und lassen Sie sich von einem Experten bei der Wahl des richtigen Standorts beraten. Avocados und Zitronen brauchen Wärme und direkte Sonne, zarte Himbeeren und Sauerampfer dagegen einen Halbschatten.

Schritt 3:

Bitte versuchen Sie nicht, Obst und Gemüse auf „normalem“ provençalischem Boden anzubauen (im Winter durchnässt und ausgewaschen und im Sommer zu Stein gebacken). Das wird nicht funktionieren, ernsthaft. Zwei Zauberworte: Hochbeete und/oder Kompost. Ein Hochbeet muss nicht hoch sein, 30cm können reichen. Ein höheres Hochbeet wird für Ihren Rücken viel bequemer sein, und Sie können auch mehr Kompost hineinbringen. Ihr Hochbeet kann aus Natursteinen gebaut oder einfach aus Holzplanken zusammengesetzt werden. Wenn Sie Ihre grünen Freunde in reinen, flauschigen Kompost pflanzen, werden sich Ihre Pflanzen wohlfühlen und schnell etablieren – und Ihnen schnell Freude bereiten.

Schritt 4:

Nutzen Sie den enormen Vorteil eines eigenen Gartens und lassen Sie Ihr Obst und Gemüse zu 100% ungiftig gedeihen und reifen. Sparen Sie Geld, lassen Sie Chemikalien unberührt und vertrauen Sie lieber der Weisheit von Mutter Natur. Biologische Schädlingsbekämpfung und Mischkultur sind bewährte Mittel für eine gute Ernte und gesunde Pflanzen. Dann kannt man ohne Angst direkt in seinen Garten gehen, etwas pflücken und direkt hineinbeißen.

Schritt 5:

Alle Gehölze, insbesondere Obstbäume, brauchen einen richtigen, fachgerechten Schnitt, nicht nur simples Köpfen oder Schneiteln. Für gesunde Pflanzen und gute Ergebnisse sollten Obstbäume eher kurz gehalten und innen geöffnet werden. Nicht nur, dass die Sonne das Zentrum des Baumes erreicht, es wird auch einfacher sein, Früchte zu pflücken, wie auch für die Gesundheit der Pflanze zu sorgen.

Schritt 6:

Nutzen Sie Ihr Glück, im Süden zu leben und pflanzen Sie, was hier wächst: Mandeln, Aprikosen, Feigen, Wein, Thymian, Oregano, Salbei, Lavendel, Rosmarin, Basilikum und Steinpilze. Pflanzen Sie einen Avocadobaum; erst kürzlich sah ich ein voll ausgewachsenes Exemplar in Mougins, das vor seiner enormen Menge an Früchten fast zusammenbrach. Sie wissen bestimmt, wie unvergleichlich Feigen schmecken, wenn sie direkt vom Baum kommen. Pflanzen Sie Wein, Sie werden es nicht bereuen – und warum es nicht einmal mit einem Kiwibaum versuchen? Bitte pflanzen Sie mindestens zwei Bäume für die meisten Obstsorten, um eine erfolgreiche Bestäubung zu ermöglichen, es lohnt sich auf jeden Fall!

Schritt 7:

Bitte halten Sie mich jetzt nicht für meine eigene Oma, aber: nutzes Sie Ihr wundervolles Gemüse und Ihre schönen Früchte auch wirklich. Es muss ja nicht immer das alte, langweilige Gelee sein, probieren Sie etwas Neues aus: eine moderne Tomatenmarmelade, z. die passt perfekt zu Käse oder einem Chutney aus Kürbis und Zucchini. Für eine gute Konfitüre aus Schalotten oder Feigen bauen Ihre Gäste Ihnen eine Treppe in den Himmel. Konservierte Birnen schmecken im Winter hervorragend zu Wild- oder Schokoladenkuchen. Sie kennen das bestimmt, wie wunderbar es ist, Ihre handgemachten Schätze zu öffnen, während draußen Winterstürme toben. Sie werden dieses Gefühl nie wieder missen wollen.

Selbst zu pflanzen, selbst zu ernten, das ist auch ein Stück Unabhängigkeit. Wenn Sie abends aus Monaco oder Nizza nach Hause kommen, sind alle Geschäfte geschlossen. Es ist definitiv zu spät zum Abendessen. Aber hier ist unser Garten, wir holen uns schnell Tomaten und Basilikum. Gutes Olivenöl, Schalotten, Knoblauch und etwas Pasta sind immer vorhanden und bevor Sie es bemerken, blubbert die schmackhafteste Tomatensoße in der Pfanne und wir fassen es kaum, wie himmlisch das schmeckt.