Hinreißender Schurke

Jetzt ist es an der Zeit, sich mit Ihrem Oleander auseinanderzusetzen.

EEine Pflanze, die vor allem an Autobahnen und in Hecken steht. ‚Nerium Oleander‘ ist so häufig entlang des Mittelmeeres, dass dieser blühende Strauch selten genug die richtige Aufmerksamkeit bekommt. Doch dieses Symbol des Südens macht Ihnen viel Freude – bei passendem Standort, ausreichenden Nährstoffen und gutem Schnitt.

Kümmerliche, zu dünne Triebe für ihre Länge sagen: „falscher Standort“. Oleander will immer volle Sonne. Er mag keine Hänge, aber liebt jung viel Wasser. Sichtbare Wurzeln an der Basis bedeuten: hier stimmt was nicht. Der liebe Herr O. ist hart im Nehmen, aber bei sowas runzelt er die Stirn. Kompost ist eine Lösung. Bei seinem sehr schnellen Wachstum benötigt er regelmäßigen formativen Schnitt. Totholz muss ‚raus – bis ganz ‚runter, kranke Äste werden um etwa drei Blattknoten ins gesunde Holz zurückgeschnitten – ein Schnitt knapp oberhalb (!) des Knotens hält Krankheiten fern.

Scharfe, saubere, am besten desinfizierte, Gartenscheren und Astscheren sind ein absolutes Muss; automatische Heckenscheren und Maschinen? Auf gar keinen Fall! Saubere Qualitätswerkzeuge und feiner Schnitt geben den Pflanzen Schönheit und Gesundheit. Ein Oleander, der mal was hermachen soll, muss von Anfang an trainiert werden. Fünf bis sieben Haupttriebe bilden die Grundstruktur im Laufe der Zeit. Für einen kleinen „Baum“ genügen ein bis fünf aufrecht wachsende Triebe. Wasserschößlinge und basale Triebe verbrauchen Nährstoffe; kreuzende oder reibende Äste ziehen Krankheiten an, also ‚raus auch mit ihnen. Triebe können um ein Drittel oder sogar die Hälfte reduziert werden. Das macht den Schurken gesund und gibt ihm eine gute Form. Oleander nimmt einen radikalen Schnitt hier im Süden gut an, seien Sie nicht zu zaghaft! Sträucher, die jetzt ihre richtige Behandlung bekommen, werden im Frühling wieder fabelhaft aussehen. Eine Kugel Kompost rundet diese Herbsttherapie ab.

Aber warum „Schurke“? Oleander ist schön, aber in allen Teilen giftig. Selbst wenn er verbrannt wird! Handschuhe und eine Staubmaske sind bei der Renovierung erforderlich. Kinder und Haustiere dürfen keine Teile der Pflanze aufnehmen oder zu sich nehmen. Aber kompostieren können Sie ihn ruhig.