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Garten-Investitionen steigern den Wert einer Immobilie nachhaltig

Zuerst veröffentlicht im Riviera Zeit Magazin, Mai/Juni 2016

Eigentümer und Käufer, besonders diejenigen exklusiver Anwesen, investieren zunehmend in die Gestaltung ihrer Gärten. Nicht nur die Sehnsucht nach Inspiration und Erholung, oder die Suche nach einem adäquaten Ausdruck ihres Lifestyles spielen dabei eine Rolle. Längst ist es Allgemeinwissen, dass individuell und professionell gestaltete Gärten auch eine lohnende Investition sind, und das nicht nur für exklusive Anwesen.

Dabei ist bemerkenswert, dass die Zeiten, als ökologische Fragen, wie Nachhaltigkeit und Biodiversität als Widerspruch zu gutem Design angesehen wurden, endgültig vorbei sind. Das Interesse an Themen wie Wasserverbrauch, Bodenbiologie, Bienenfreundlichkeit oder der Einsatz korrekter gartenbaulicher Techniken und der Verzicht auf Chemie, sind für eine wachsende Zahl anspruchsvoller und designbewusster Eigentümer inzwischen ein selbstverständliches Fundament – eine Funktionalität – auf dem ein schönes Design aufbaut.

Während sich das Interesse am aktiven Gärtnern in den letzten Jahren stabil als neuer Trend in den Metropolen zeigt, sind es besonders die Eigentümer und Käufer von Luxusimmobilien, die auf Gartendesigner und Landschaftsgestalter zukommen, um ihre Gärten individuell auf ihre Bedürfnisse abstimmen zu lassen.

Es macht schließlich gestalterisch und ökonomisch Sinn, wenn für elegante Villen mit herrlichen Ausblicken hohe Summen investiert werden, und wenn diese anschließend mit Gourmetküchen, cottages und extensions ergänzt werden, dass man das ganze Ensemble mit einem Garten abrundet, der stilistisch zum Haus, seinen interiors und seinen Bewohnern passt.

Ein entworfener Garten ist ein gelungenes „Willkommen“, Einleitung und Abschluss, der Rahmen eines rundum gut gestalteten Anwesens, das nicht einfach durch Verstreichen von Zeit an Wert gewinnt, sondern das auf diese Weise gewissermaßen inhaltlich aktiv bereichert und hierdurch wirtschaftlich aufgewertet wird. Dazu passt auch die Beobachtung, dass anspruchsvolle Eigentümer zunehmend inhaltliches Interesse an Pflanzen entwickeln, sich besondere Arten, Farben und Formen vorstellen und nach deren Hintergründen, Geschichten und individuellen Eigenschaften fragen.

Allerdings braucht ein erfolgreiches Gartendesign viel mehr, als nach Gutdünken rund um eine Rasenfläche ein paar der Standard-Gehölze zu setzen. Vielmehr geht es im Kern um das, was die Eigentümer tatsächlich mit ihrem Garten tun möchten, es geht darum, die Funktionen, die ein Garten haben kann, wieder zu entdecken.

Eine Planung, die sich langfristig auszahlen wird, setzt dabei auf durchdachte, besondere Pflanzenarrangements, stimmt Materialien sorgfältig aufeinander ab und bedenkt alle noch so feinen Details, aber auch Beleuchtung, Bewässerung oder Wasserspiele. Unabdingbar sind vor allem gute optische Gewichtungen und harmonisch gestaltete Proportionen von Horizontalen zu Vertikalen, und ausgeklügelte Layouts mit Blickachsen, mit geschlossenen und offenen Flächen, die das Entdecken und Bewundern ermöglichen.

Natürlich ist die Balance zwischen ganzjähriger Attraktivität und der erwünschte Grad an laufender Pflege wichtig für ein erfolgreiches Design, das sich auch langfristig rechnet. Mit der richtigen Mischung dieser Faktoren gibt man als Verkäufer einem Käufer gute Argumente, einem Objekt den Zuschlag zu geben.

Wenige Maßnahmen zur Verbesserungen einer Immobilie haben keinerlei Wertverlust, so wie die richtige Investition in das Grün rund ums Haus. Experten aus den USA, Australien und dem UK schätzen, dass der „Restwert“ einer Garteninvestition beim Verkauf zwischen 100% und 200% liegt. Umgekehrt generieren folglich nur wenige Investitionen in die Aufwertung einer Immobilie so stabilen und rasch ansteigenden Wertzuwachs, wie ein intelligent geplanter Garten. Dieser Zuwachs kann bis zu 20% betragen, wenn man den Standardangaben von Experten aus Frankreich, dem UK, Holland, Australien oder den USA folgt, wo John A. Harris, Landschaftsökonom und Bewertungsfachmann aus Florida, diesen Wert sogar mit bis zu 28% angibt.

Wir alle wissen: Gärten werden, bei entsprechender Planung, mit dem Altern schöner, eindrucksvoller; soweit die gestalterische Seite. Aber sie geben einer Immobilie eben auch buchstäblich anwachsende Werte, einfach weil ein älterer Baum erheblich mehr kosten würde, als ein junger Baum, der diesen Zuwachs erst noch erreichen muss. Und: außer Wasser, ein wenig liebevoller Pflege und Zeit braucht es dafür kaum etwas.

Erstaunlicherweise ist das keine rein theoretische Überlegung. Denn Käufer und Bauherren wünschen sich zunehmend Gärten, die gleich zu Beginn schon attraktiv sind, einem Anwesen gewissermaßen „gewachsene Geschichte“ verleihen und nicht erst Jahre dafür wachsen müssen. Das führte z.B. in England schon vor vielen Jahren zu dem Angebot von Dienstleistern, wie Ruskins oder Glendale, die selbst sehr große, jahrhundertealte Bäume erfolgreich transplantieren.

In Zeiten in denen also selbst Baumverpflanzer gut zu tun haben, werden Bäume und große Sträucher zu regelrechten Vermögenswerten, die man theoretisch – aber auch ganz praktisch – ausgraben und verkaufen könnte.

Ein gut durchdachter Garten kann eine sehr individuelle Kreation sein, die man sonst nirgends findet: ein solcher Garten kommt aber nicht nur nicht aus der Mode, er ist auch aus Rendite-Sicht eine ziemlich stabile und sichere Sache.

Aber wie viel sollte man in einen Garten investieren, damit er sich auch als Anlage lohnt? Das hängt natürlich vom Wert einer Immobilie ab. Grundsätzlich empfehlen Experten zwischen 10 % und 20% des Immobilienwertes in die private Landschaftsgestaltung zu investieren, wobei je nach Lage und Größe des Grundstücks, sowie abhängig von weiteren Faktoren, wie etwa einem wertvollen Pflanzenbestand, dieser Satz bei besonders hochwertigen Immobilien eher am unteren Ende der Spanne liegen dürfte.

Immobilienexperten und Eigentümer sind sich einig, dass ein Garten „von der Stange“, ohne Design, den Eindruck einer Immobilie sogar beschädigen und nicht etwa nur neutral wirken kann, wenn es zur Bewertung durch potentielle Käufer kommt.

Während besonders die Innenausstattung regelmäßig dem individuellen Geschmack des Betrachters unterliegt, berühren Gärten emotional oft ganz unterschiedliche Menschen. Untersuchungen aus den USA zeigen, dass ein gut gestalteter und gepflegter Garten potentiellen Käufern schnell das Gefühl vermittelt, sie würden gerne im dazugehörigen Haus leben – und dies sogar, wenn ihnen das Innenleben des Hauses eigentlich gar nicht zusagt. Bei Befragungen stellte sich auch heraus, dass sich Käufer nach Besichtigungen oft an einen bestimmten Blick z.B. aus einem Fenster besser erinnern konnten, als z.B. an die Steine des Küchenbodens.

Verschiedene Untersuchungen haben schließlich jüngst gezeigt, dass Käufer, die angegeben hatten, ein Garten und seine Gestaltung hätten keine wesentliche Auswirkung auf ihre Kaufentscheidung, nicht nur durch eine schöne Gartengestaltung besonders angezogen wurden, sondern dass die Gärten für diese Käufergruppe am Ende sogar ausschlaggebend für eine positive Entscheidung waren.

Wenn man schließlich bedenkt, dass selbst ungestaltete Gärten laufende Kosten verursachen, dann sollten Investitionen ins Design für jeden Eigentümer selbstverständlich sein. Experten raten Bauherrn und Käufern deshalb stets, einen Teil des Budgets für die Gartengestaltung zu reservieren, bzw. ein professionelles Design gleich zu Beginn von Planungen, Umbauten oder unmittelbar nach einem Kauf zu beauftragen.

Gerade Eigentümer und Käufer von Luxusimmobilien entwickeln dabei aber auch in den letzten Jahren ein immer feineres Gespür dafür, dass Gärten noch viel mehr sind, als einfach nur eine gute Investition: Bäume und andere Gehölze speichern CO2, sie kühlen die Umgebung, gleichen Stickstofflevel aus, produzieren eine spürbare Menge Sauerstoff, entwickeln den Boden verbessernde Biomasse und sie bieten Habitate für zahlreiche Vögel und Insekten. Nicht zuletzt aber sind sie eine etwas in Vergessenheit geratene Kunstform, wesentlicher Bestandteil unserer Kultur, der ganz unmittelbar, erfolgreich und nachhaltig wirkt auf unseren ausgeglichenen Gemütszustand und unser dauerhaftes Wohlbefinden.