> La vie en Rose

Zuerst veröffentlicht in im Riviera Zeit Magazin, Mai/Juni 2016

Rosen – seit Jahrtausenden sind die dornigen, jedoch zartblütigen und wohlduftenden Blumen Bestandteil unserer Kultur. Schon die Sumerer verehrten sie, in China werden Rosen seit 2700 v. Chr. angebaut, die Ägypter weihten die rote Rose ihrer Göttin Isis. Die Griechen bekränzten ihre siegreichen Soldaten mit Rosen, Kaiser Nero verwöhnte bei der legendären „Sub Rosa“-Party seine Gäste mit Rosenblüten, Rosenöl, Rosenwein und Rosenwasser und sogar die Jungfrau Maria sitzt in einem Rosengarten. In den Zeiten der Seefahrer wurden Rosen zum Exportschlager des Orients und England hat nach Abschluss der Rosenkriege die Rose zur Blume der Nation erhoben.

Rosen haben Malerei, Musik und Literatur inspiriert; Botticellis „Primavera“ verteilt Rosen aus ihrem hochgerafften Kleidchen, „Dornröschen“ schlief tief und fest 100 Jahre hinter der Rosenhecke, Gertrude Stein verwirrte uns mit „Rose is a rose is a rose is a rose“, Richard Strauss schickte den „Rosenkavalier“, Saint-Exupérys kleiner Prinz sorgte sich um seine Rose, für Hildegard Knef „soll’s rote Rosen regnen“, erstaunlich guten Lärm machten Guns ’n Roses, „Rosebud“ wurde ein berühmtes Film-Wort und dann gibt es natürlich Edith Piaf und „La vie en rose“ – ein Lied, das für viele Franzosen gefühlt mehr Nationalhymne ist als die Marseillaise.

Gibt es eine andere Blume, die eine solche Popularität erreicht hat?

Rosengegner behaupten, dass Rosen empfindlich sind, viel Arbeit machen und dauernd krank sind. Das, mit Verlaub, ist Unsinn. Rosen sind ziemlich robust, eine wahre Freude für Augen und Nase und blühen fast das ganze Jahr. Ich möchte Sie ermutigen, auch in Frankreich Rosen zu pflanzen und zu genießen und sage Ihnen gerne, was Sie tun müssen, damit die Sache auch funktioniert.

Wählen Sie den richtigen Standort.
Ihre Rosen brauchen Sonne, aber im Süden bitte nicht den ganzen Tag. Wenn Ihre Rosen morgens Sonne tanken und am Nachmittag im Halbschatten oder Schatten stehen, ist das ideal. Aber auch Bäume oder Sträucher, die einen“dappled shade“, ein „gesprenkeltes Licht“ erzeugen, sorgen dafür, dass Rosen sich wohl fühlen und nicht verbrennen.

Bereiten Sie die Rose auf das Einpflanzen vor.
Wässern Sie wurzelnackte oder Containerrosen circa eine halbe Stunde im Eimer. Bei Containerrosen drücken Sie nun vorsichtig mit den Händen den Wurzelballen auf und lösen die Wurzeln ein wenig aus dem Ballen heraus.

Geben Sie der Rose ein schönes Bett.
Graben Sie für Ihre Rose ein wirklich großes Loch. Rosen mögen es ganz gerne ein bisschen karg, lehmig-sandig, deshalb geben Sie ruhig einige Steine in das Pflanzloch und füllen dann etwas Sand und Erde ein. Errichten Sie im Loch einen Minihügel, auf den Sie die Rose mit ausgebreiteten Wurzeln aufsetzen. Prüfen Sie jetzt die Pflanzhöhe: die Veredelungsstelle der Rose soll weder zu tief noch zu hoch sitzen; ideal ist knapp über Bodenniveau. Etwas Wurzelhormon mit in das Loch geben und mit Erde vermischen, es sollte nicht direkt die empfindlichen Wurzelenden berühren. Nun mit Erde und Kompost auffüllen und sachte andrücken. Sachte, nicht fest. Angießen, fertig.

Richtige Bewässerung.
In Südfrankreich empfiehlt es sich, eine automatische Bewässerungsanlage (z.B. von Rainbird, Hunter oder Gardena) zu installieren, es ist ziemlich unkompliziert und hält Ihre Pflanzen bei Laune, auch wenn Sie nicht vor Ort sind. Wenn Sie keine Bewässerungstechnik einrichten möchten, bedenken Sie bitte, dass alle Ihre Pflanzen zwischen April und Oktober täglich gegossen werden müssen, im Juli und August sogar zweimal täglich.

Abschneiden, aber richtig.
Schneiden Sie zwischen Januar und März Ihre Beetrosen, Strauchrosen, Kletterrosen auf die jeweils
richtige Weise zurück (Anleitungen gibt’s im Internet) oder lassen Sie den Fachmann ran. Während der Blüteperiode schneiden Sie die abgestorbenen Blüten mit Stiel 3-5mm oberhalb der nächsten Verzweigung mit einer scharfen Rosenschere ab (ziehen Sie am besten die Lesebrille an), leicht schräg, damit Regenwasser ablaufen kann. Wenn Sie längere Stielansätze stehen lassen, werden diese schwarzbraun und verfaulen.

Fiese Viecher.
Wenn Ihre Lieblingsrose Krankheiten oder Schädlinge bekommt, müssen sie ihr ein wenig helfen. Vermeiden Sie harte Pestizide solang Sie können und greifen Sie zunächst zu Savon Noir, Kernseife oder Bouillie Bordelaise. Wenn Sie nicht wissen, was Ihre Rose plagt, nehmen Sie befallene Blätter mit und fragen in einem Gartencenter nach. VillaVerde z.B. bietet das an, Standorte sind u.a. Antibes, Frejus und Cogolin.

Welche Rose soll ich denn kaufen?
Ich würde Ihnen immer zu häufig blühenden (remontierenden) Rosen raten, sie können bis in den Dezember Freude bereiten. Für mich ist ein ausgeprägter Rosenduft wichtig, wenn es Ihnen genauso geht, empfehle ich Duftrosen von David Austin, insbesondere die „alten“ Sorten.

Ein letzter Tipp: Sie mögen „La vie en rose“? Es gibt eine Version von Jack Nicholson, die ist einmalig!