> Privates Strandparadies

Holen Sie den Strand in Ihren Mittelmeerischen Garten

Es ist der ultimative Traum vom Süden: das Haus direkt am Strand oder über dem Meer. Vielleicht wird es zumeist beim Blick auf das mehr oder weniger entfernt gelegene Meer bleiben. Aber selbst wenn Ihr Garten an der Côte d’Azur einige Kilometer vom Strand entfernt liegt, können Sie mit einfachen Mitteln trotzdem einen besonderen Garten gestalten, der das Gefühl von Strand, Sommer, Sonne und Salz auf der Haut zu Ihnen nach Hause holt.

Wenn Sie hingegen glückliche Besitzerin eines Gartens direkt am Meer sind, gibt es ein paar Dinge zu beachten, damit Ihr Garten funktioniert. Schon die mageren Böden und die Hitze des Sommers stellen durchaus Stress für nicht angepasste Pflanzen dar. Aber auch das Winterwetter kann Ihren Pflanzen sogar hier ganz schön zusetzen. Winterstürme, heftige Winde und salzige Luft stellen besondere Bedingungen dar. Es gilt also, die richtigen Pflanzen auszuwählen.

Unabhängig von der Lage Ihres Gartens jedoch, ist der äußerst geringe Pflegebedarf bei einem Garten, der den Strand zum Thema macht. Wegen der Material- und Pflanzenauswahl fallen hier viele Aspekte weg, die einen Garten pflegeaufwändig machen. Rasenflächen, Obstbäume, klassische Staudenrabatten und generell Obst und Gemüse funktionieren direkt am Meer in der Regel nicht gut. Sie machen auf zu sandigen Böden und im Meeresklima nicht nur Probleme, sie sehen bei einem „Seaside-Garten“ auch nicht gut aus.

Tolle Materialien für so einen Strandgarten sind natürlich Sand – Gartenbausand, nicht Bausand versteht sich – große Fundstücke von ausgebleichtem, abgeschliffenem Treibholz, wie Sie es nach Winterstürmen überall an den Stränden hier finden und große Steine mit warmen Farben: pierre rocaille etwa lässt an Korallenriffe und die Karibik denken. Mit diesen schroffen und offenporigen Steinen können Sie nicht nur geschickt Akzente setzen, sodass sie selbst bei ultramodernen Villenneubauten schick aussehen. Sie können auch unterschiedliche Gartenzonen mit ihnen abgrenzen, Wasserspiele anlegen, einen im Detail dicht bepflanzten Felsengarten aufschichten oder die Grundlage für Hügel bauen, die, zum Beispiel richtig bepflanzt, Ihre Grundstückgrenze bilden und Ihnen Privatsphäre geben.

Holzplanken sind die ideale Umrandung für Ihren Pool in einem seaside-Garten und lassen an Stege oder Strandwege denken. Etwas schräge, niedrige Zäune aus grob gesägtem oder behauenem Holz bilden nicht nur Akzente, sondern helfen sogar dabei, Ihr Terrain abzusichern. Schattenzonen, die Sie mit aufgespannten Segeltüchern an verschiedenen Stellen Ihres Gartens schaffen können, sind nicht nur ungeheuer effektiv und weniger windanfällig als Sonnenschirme, sie sind auch viel atmosphärischer und geben Ihrem Strandgarten, wenn kombiniert mit dickeren Seilen oder vielleicht sogar einer kleinen Bar, fast das Gefühl, als wären Sie am Tahiti Beach oder auf Necker Island. Da fehlt doch nur die Hängematte.

Nun fehlen in diesem pflegeleichten Sommerparadies, das Ihren Garten zum open air Wohnzimmer macht, ja nur noch die richtigen Pflanzen. Was passt und was sieht gut aus?

Grundsätzlich sollte man sich entscheiden, ob man stilistisch eher in die kargere, sozusagen kalifornisch-australisch-mittelmeerische Richtung geht, oder ob man es lieber üppiger haben möchte, mit großen Blättern, starkfarbigen Blüten und voluminöseren Wuchsformen. Dann passt alles, was eher an Karibik, Kuba und Florida denken lässt. Ich bleibe für heute mal mehr bei der kargeren Variante, die sich besonders gut mit den hiesigen, einheimischen Pflanzen verträgt.

Palmen dürfen natürlich nicht fehlen, sonst wird sich kein Robinson Crusoe in Ihr Paradies verirren wollen. An der Côte d’Azur gehen Phoenix canariensis, Trachycarpus, Washingtonia oder – je nach Lage – sogar Cocos. Aber auch Chamaerops, Sabal und Areca sind eine Augenweide für einen Strandgarten. Sie werden staunen, wie viel besser Ihre Palmen aussehen, wenn sie nicht in einer Wiese stehen, sondern von Sand und dekorativen Steinen umgeben sind!

Ganz neue Ergebnisse aus Südspanien zeigen übrigens, dass eine an dieser Stelle schon mal vorgeschlagene Therapie der Palmen mit dem Pilz Beauveria bassiana tatsächlich funktioniert und sich nicht nur als ökologische Lösung anbietet, sondern geradezu als Impfung hilft, gegen den Palmrüssler und die Palmmotte.

Als Bäume empfehlen sich natürlich viele Eukalyptusarten, aber Vorsicht: sie ziehen viel Wasser aus dem Grund und einige Arten machen bei Wind durch Blätter und Rinde eine Menge Dreck. Stilistisch passen zu ihnen gut Casuarinas oder natürlich Cupressus macrocarpa, wenn Ihr Garten mehr an den Steilküsten der französischen Riviera liegt und Sie den look von etwas Kalifornien lieben. Pinus radiata und Pinus torreyana würden diesen Eindruck noch verstärken und sind spannende Ergänzungen zu den einheimischen Schirmpinien.

Als Sträucher kommen viele Dodonaea-Arten (z.B. D. viscosa) in Frage; überhaupt sind die u.a. aus Ozeanien stammenden Dodonaeas eine tolle und manchmal regelrecht witzige Alternative zum Oleander.

Nicht nur wegen ihrer humoristischen Seite, sondern auch wegen ihrer Bienenfreundlichkeit und wegen ihres Stils, sind natürlich alle Grevilleen und Callistemons eine gute Wahl. Sie sind immer ein Hingucker, machen den Garten auch im Winterhalbjahr attraktiv und sind variabel, wenn’s darum geht, ob man sie lieber strauchig, natürlich oder lieber erzogen sieht, sodass man ans gepflegte Beachresort denken muss. Hakeas passen gut dazu und werfen tolle Schatten auf Stein und Sand; sie spiegeln gestalterisch toll die darüber stehenden Pinienarten.

Viele Melaleuca-Arten sind ähnliche Hingucker, wie ihre Kollegen, die Callistemons; besonders Melaleuca nesophila wird, wenn Sie sie in die Nähe Ihrer Robinson Bar pflanzen, Bewunderung, Erstaunen, vielleicht Gespräche auslösen.

Juniperus conferta eignet sich hervorragend als niedrig wachsender Strauch und Barriere an der Grundstücksgrenze gegen unerwünschte Besucher im Garten, sowie zur Sicherung von Hängen und als Abwechslung zu Rosmarin, dem es nah am Meer ebenfalls gefällt.

Zahlreiche Arten mehr eignen sich für sehr besondere Gärten am Meer, oder solche, die uns das Gefühl von Sommer, Sonne und Strand vermitteln, wenn wir vorerst mit dem Pool Vorlieb nehmen müssen. Ein Strandgarten sollte aber nie zu voll sein. Er sollte locker und natürlich bepflanzt sein und Symmetrien vermeiden. Weite, offene Stellen mit Sand sind wichtig, damit die Schatten auf dem Sand spielen können, und damit Platz bleibt für die Runde Beach-Volleyball vor dem Grillen.